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Open Access

Wieso gibt es eigentlich in der Medienwissenschaft noch so wenig Zustimmung für Open Access? In der Soziologie und der Germanistik ist man da zuweilen weiter. Dabei sollte doch gerade die Medienwissenschaft die Bedeutung der elektronischen Verbreitung und Verfügbarkeit von wissenschaftlichen Beiträgen einschätzen können. Und eine solche Einschätzung wird sicherlich die Relevanz von E-Publikationen anerkennen und auch die mittel- und langfristigen Vorteile für das Fach und den Fachdiskurs nicht gering bewerten.

Es fehlt derzeit mindestens dreierlei, um Open Access und das Fach Medienwissenschaft (und ihre Schwestern Film- und Fernsehwissenschaft sind da gerne mit eingeschlossen) miteinander auf Tuchfühlung zu bringen.

  1. Die Wahrnehmung der Online veröffentlichten wissenschaftlichen Arbeiten des Fachs (insb. die zahlreichen Dissertationen) durch kontinuierliche Rezensionen. Hier fehlt schlicht ein entsprechendes Fachorgan, das OA-Publikationen bespricht und vorstellt.
  2. Eine qualitativ hochwertige Zeitschrift, die als E-Publikation die Diskussionen das Fachs begleitet und mit thematischen Schwerpunktsetzungen voranbringt. (Eine solche Zeitschrift gibt es im deutschsprachigen Raum noch nicht. Für ‘konservative’ Gemüter könnte ein paralleles Erscheinen als Print erwogen werden. Darüber hinaus bestünde die Möglichkeit, Peer-Review als Bestandteil des redaktionellen Auswahlverfahrens für Beiträge zu nutzen.)
  3. Eine regelmäßige Übersicht über deutschsprachige Neuerscheinungen in Print und in Online-Veröffentlichungen des Faches. Eine solche Übersicht ist wichtig für die Diskussionskultur innerhalb eines Faches. Die Germanistik hat ein entsprechendes Organ, das in gewisser Weise als Vorbild dienen kann. Zu ergänzen wäre eine solche fachlich und deutschsprachig orientierte Übersicht durch einen Blick ‘über den Tellerrand’ und entsprechenden Austausch und Vernetzung mit internationalen Übersichten über Publikationen des Faches, um der Internationalisierung der Wissenschaft Rechnung zu tragen. Wünschenswert wäre auch die Wahrnehmung und Vernetzung mit benachbarten Fächern.

Eine Initiative in der beschriebenen Richtung wird durch die Informationsplattform Open-Access.net ermutigt. Dort wird deutlich, dass in der Wissenschaftspolitik und in den großen Instititionen wie DFG, Helmholtz-Gesellschaft oder Max-Planck-Gesellschaft Open Access gefördert werden soll.

Dieser Beitrag wurde am Freitag, 31. Juli 2009 um 14:21 Uhr veröffentlicht und wurde unter der Kategorie Projekte abgelegt. Du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS-Feed verfolgen.

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