Was ist überhaupt ein Interface? Auf welche Weise adressieren Interfaces die unterschiedlichen Sinne? Welche Rolle spielen Interfaces bei der Analyse von Medien? Welche ästhetischen Qualitäten sind für die Interface-Gestaltung relevant?
Ausgehend von Lev Manovichs Begriff des »cultural interface« werden in diesem Seminar Interfaces von Seiten der Wahrnehmungstheorie und Medientheorie behandelt, aber auch Konzepte aus Design und Technik (»usability«, »joy of use«) sollen diskutiert werden. Das Seminar wird ‘traditionellere’ Medien wie Buch, Kino und Fernsehen ebenso hinsichtlich ihrer Interfaces befragen wie Computerspiele für Blinde, Software oder Multimediakunst. Ergänzend zur Theoriearbeit gilt es, verschiedene Interfaces auch gemeinsam im Seminar praktisch zu erleben und auszuprobieren.
Das Seminar beschäftigt sich mit den Erscheinungsformen des Strategiespiels als einem der populärsten Unterhaltungsgenres der Computerspielindustrie. Hierzu sind neben Wirtschafts- und Kriegssimulationen auch Aufbausimulationen wie etwa Simcity zu zählen. Wie lässt sich überhaupt ein Computerspiel-Genre definieren? Welche möglichen Konstituenten kennzeichnen das Strategische in solchen Spielen? Worin liegt das eigentümliche Vergnügen, in diesen Spielwelten zu agieren? Ziel des Seminars ist es, ein Verständnis für die Entwicklung des Genres speziell seit den 80er Jahren zu gewinnen und Kriterien für eine mögliche Definition des computerbasierten Strategiespiels zu entwickeln. Zudem sollen Ansätze zur kritischen Analyse von Strategiespielen aus medien- und kulturwissenschaftlicher Sicht erprobt werden.
Erwartet wird von den TeilnehmerInnen die Bereitschaft, unterschiedliche Spiele auszuprobieren, vorzustellen und gemeinsam zu diskutieren. Voraussetzung hierfür ist die Arbeit mit unterschiedlichen Emulatoren und Spieleplattformen sowie eigene Recherchearbeit zur Computerspielgeschichte, insbesondere in Internetarchiven.
Literatur zur Einführung:
Während in Film- und Medientheorie früher vornehmlich danach gefragt wurde, was die Medien mit ihren Adressaten anstellen, tritt in jüngerer Zeit die Frage nach der Aktivität der “User” verstärkt in den Vordergrund. Gerade digitale Medienformen wie das Internet oder Videospiele fordern uns heraus, neue Konzepte und Begriffe zu (er)finden, um die Position des Rezipienten als wahrnehmendes und handelndes Subjekt zu verstehen. Das Seminar wird anhand ausgewählter Texte der Frage nachgehen, welche Betrachter- und Handlungspositionen für audiovisuelle Medien als charakteristisch angesehen werden können.
Wie nehmen wir in unterschiedlichen Medien wahr? Worin unterscheiden sich Film, Fernsehen und neuere digitale Medienformen im Hinblick auf die Positionierung des Betrachters? Welche Spielräume für eigene Handlungsmöglichkeiten bieten sich Rezipienten innerhalb des Feldes der Audiovisionen
Die Konsolencowboys sind die Videospieler, die ihr Glück in virtuellen Welten suchen. In zeitgenössischen Ego-Shootern fokussieren sie ihre Aufmerksamkeit auf die Bildschirmmitte, die so zu einem paradox umkämpften Ort wird.
Wie Sisyphus, den die Götter dazu verurteilt hatten, unablässig einen Felsblock einen Berg hinaufzuwälzen, von dessen Gipfel der Stein von selbst wieder hinunter rollte, arbeiten die digitalen Revolverhelden sich an einer Technologie ab, gegen die sie keinen bleibenden Erfolg erzielen können. Doch womöglich sind sie dem enttäuschten Bildschirmarbeiter in ihrem trotzigen Kampf um eine leere Mitte einen Schritt voraus. Beinahe erscheinen sie als moderne Anti-Helden unserer mediatisierten Gesellschaft. Sind sie vielleicht Vorreiter eines neuen digitalen Existenzialismus?
Download des Aufsatzes als PDF:Aufsatz_Konsolencowboys
Die aktuelle Sendung läuft jeden 2. Sonntag im Monat von 12:00 – 14:00 Uhr. Eine Wiederholung der Sendung wird jeweils am darauf folgenden Dienstag 13:30 – 15:30 Uhr ausgestrahlt.
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