Das Seminar befasst sich mit der filmischen Gestalt von Utopien und Anti-Utopien im Zukunftsfilm der 1950er Jahre. Das Jahrzehnt nach dem Ende des 2. Weltkriegs ist von tiefen Widersprüchen gekennzeichnet: Ein radikaler Fortschrittsoptimismus, der noch keinen Begriff von den »Grenzen des Wachstums« hat und goldene Zukünfte und allgemeinen Wohlstand für alle erhofft, steht in spannungsreichem Verhältnis zu kollektiven Angstphantasien.
Bringt die Zukunft allwissende Elektronengehirne, Atomkriege, Flüge zum Mond oder die Emanzipation der Frau? Oder droht vielleicht eine kommunistische Invasion aus dem Weltall? Das Seminar geht der Verfasstheit des SF-Films der 50er Jahre nach und fragt, aufbauend auf der Analyse einzelner Filme, nach den Bildern und Strategien, mit denen der SF-Film jener Zeit operiert.
Wo treffen sich Körper und Medium? Bekanntlich schlug Marshall McLuhan vor, Medien als Ausweitungen des menschlichen Körpers zu verstehen. Das Radio als Erweiterung des Ohres, den Film als Ausweitung des Auges zu verstehen, evoziert das Bild einer konstitutiven Austauschbarkeit und Transgression von Körper und technischer Apparatur. Ist es das Bild einer humanen Technik oder einer technisch überformten Leiblichkeit, das auf diese Weise sichtbar wird?
Bemerkenswerterweise lässt sich im Science-Fiction Film der 1980er und 1990er Jahre eine intensive Auseinandersetzung mit der Frage der Grenzüberschreitungen zwischen Körper, Technik und Medien beobachten. Das Seminar wird diesen filmischen Diskurs anhand ausgewählter Beispiele nachvollziehen. Wichtig sind hierfür insbesondere populäre Figuren wie Telepathen, Cyborgs und Mutanten, die so zahlreich den SF-Film bevölkern. Das Ziel des Seminars ist es, ausgehend von der Betrachtung filmischer Beispiele, Film- und Medientheorie miteinander in Dialog zu bringen.
Anmerkung: Der Ausdruck Couch-Potato (aus dem US-amerikanischen Slang) bezeichnet eine Person, die ihre Zeit auf einer Couch oder einem Sessel fernsehend verbringt, meist in Unterwäsche, ggf. mit einem Bier in der Hand. Normalerweise wird auch angenommen, dass Couch-Potatoes übergewichtig oder von unschöner Erscheinung sind. (Wikipedia) Im übertragenen Sinne werden mit dem Begriff auch Personen gekennzeichet, welchen es an Eigeninitiative mangelt und welche nur schwer für eine Sache zu begeistern sind.
Empfohlene Literatur zur Einführung:
Der Aufsatz setzt sich mit den verschiedenen Körperbildern im SF-Film um die Jahrtausendwende auseinander. Anhand exemplarischer Beispiele aus Filmen der 80er und 90er Jahre wie Tron (1982), Terminator (1984), Die Fliege (1986), RoboCop (1987), Akira (1988) und Johnny Mnemonic (1995) bis hin zu Matrix (1999) entwirft dieser Aufsatz eine Typologie unterschiedlicher Körperkonfigurationen. Dabei wird ein Wechsel deutlich vom ehemals bestimmenden Cyborg-Körper der 80er Jahre hin zu neuen Formen von Interface-Körpern. Für diese ist nicht mehr die physische Verbesserung von körperlichen Fähigkeiten das hervorstechende Kennzeichen, sondern der Anschluss des Gehirns an elektronische Rechnernetze.
Download des Aufsatzes als PDF: Aufsatz_Koerperkonfigurationen
Time Republic erforscht die Zukunft der Vergangenheit. Dabei starten wir zu Beginn der russischen Revolution im 20. Jahrhundert und reisen durch die Geschichte, bis diese schließlich scheinbar mit dem Zusammenbruch der Sowjetunion an ihr Ende kommt. Der letzte Kosmonaut treibt hilflos im Weltraum.
Gibt es eine Chance auf intelligentes Leben auf der Erde? Oder wird es Zeit, ins Weltall auszuwandern?
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